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Die Recherche deutet sehr klar darauf hin, dass mit „Projecr Unternehmensgruppe“ die PROJECT Unternehmensgruppe beziehungsweise auf der Bamberger Seite vor allem die PROJECT Investment Gruppe gemeint ist. Historisch handelt es sich nicht um einen einheitlichen Rechtsträger, sondern um einen Unternehmensverbund, der seit 1995 besteht und sich in eine PROJECT Investment Gruppe mit Sitz in Bamberg und eine PROJECT Immobilien Gruppe mit Sitz in Nürnberg gliederte. Als Gründer werden in übereinstimmenden Quellen Wolfgang Dippold und Jürgen Seeberger genannt.

Für den Bamberger Kern sind vor allem zwei Gesellschaften relevant: die PROJECT Beteiligungen AG als Holding der Investment-Seite und die PROJECT Investment AG als regulierte Kapitalverwaltungsgesellschaft. Historisch war die Gruppe im Markt für eigenkapitalbasierte Immobilienentwicklungsfonds stark positioniert; bis Mitte 2021 meldete sie mehr als 30.000 Zeichnungen, rund 1,338 Mrd. Euro eingeworbenes Eigenkapital und 127 Immobilienentwicklungen mit rund 3,1 Mrd. Euro Gesamtverkaufsvolumen in Umsetzung.

Der entscheidende Bruch kam 2023 mit der Insolvenz-Welle auf der Nürnberger Immobilien-/Asset-Seite. Die Bamberger PROJECT Investment AG war laut öffentlichen Quellen zunächst nicht Teil des Insolvenzverfahrens, wurde operativ aber massiv betroffen. Der veröffentlichte Jahresabschluss 2022 der PROJECT Investment AG beschreibt, dass die Marke PROJECT durch die Insolvenzen diskreditiert worden sei, kein Neugeschäft mehr möglich sei und künftig Klagen von Anlegern, hohe Verfahrenskosten und Liquiditätsrisiken drohen könnten. Ende 2024 veräußerte die PROJECT Beteiligungen AG die Aktienmehrheit an der PROJECT Investment AG sowie weiterer Gesellschaften der Investment-Seite an eine Investorengruppe aus dem Umfeld der WIDe-Gruppe.

Finanziell fand ich als jüngsten frei zugänglichen Einzelabschluss der KVG den Jahresabschluss 2022. Er weist Provisionserträge von 7,93 Mio. Euro, einen Jahresüberschuss von 164.701 Euro, ein Eigenkapital von 7,96 Mio. Euro, eine Bilanzsumme von 9,56 Mio. Euro und im Jahresdurchschnitt 37 Mitarbeiter aus. 2021 lagen die Vergleichswerte noch bei 9,39 Mio. Euro Provisionserträgen, 1,03 Mio. Euro Jahresüberschuss, 7,80 Mio. Euro Eigenkapital, 9,46 Mio. Euro Bilanzsumme und 34 Mitarbeitern. Gleichzeitig sank das Volumen der für Anteilsinhaber verwalteten Investmentvermögen von 819,7 Mio. Euro bei 19 Fonds im Jahr 2021 auf 688,8 Mio. Euro bei 20 Fonds im Jahr 2022.

Auffällig ist eine Dateninkonsistenz in der aktuellen öffentlichen Dokumentation: Die PROJECT-Website nennt 2026 als Vorstand Christian Bauer und Jürgen Wienold sowie Simon Piepereit als Aufsichtsratsvorsitzenden, führt im Impressum aber HRB 8548 und DE 177910787. Diese Kennziffern wurden in älteren, belastbaren Unterlagen der PROJECT Beteiligungen AG zugeordnet, während historische Prospekte, LEI-Daten und Registerspiegel die PROJECT Investment AG konsistent unter HRB 7614 führen. Das spricht entweder für einen Fehler im Impressum oder für eine nicht kohärent dokumentierte Neuordnung, die in frei zugänglichen Primärquellen nicht vollständig nachvollziehbar war.

Unternehmensbild und Eckdaten

Die Bezeichnung „PROJECT Unternehmensgruppe“ ist analytisch präziser als die Suche nach einer einzelnen Firma. In den Quellen erscheint der Verbund als PROJECT Gruppe, PROJECT Unternehmensverbund, PROJECT Investment Gruppe oder – für die Bamberger Holding-/Fondsseite – als PROJECT Beteiligungen AG / PROJECT Investment AG. Für diese Untersuchung habe ich daher den Bamberger Investment-Komplex in den Mittelpunkt gestellt und die Nürnberger Immobilienseite nur dort einbezogen, wo sie für Risiko, Struktur und Reputation wesentlich ist.

Sachverhalt Befund
Gesuchter Name Sehr wahrscheinlich ist mit „Projecr“ die PROJECT Unternehmensgruppe gemeint.
Juristische Form Keine einheitliche Rechtsform, da die „Unternehmensgruppe“ ein Verbund ist; zentrale Bamberger Rechtsträger sind die PROJECT Beteiligungen AG und die PROJECT Investment AG.
Historische Gründung des Verbunds 1995.
Gründer Wolfgang Dippold und Jürgen Seeberger.
Kernadresse Bamberg Kirschäckerstraße 25, 96052 Bamberg.
Holding Investment-Seite PROJECT Beteiligungen AG, HRB 8548, Eintragung 10.05.2016; Gegenstand: Halten/Steuern von Beteiligungen, innere Verwaltung, Rechnungswesen, Liquiditätssteuerung.
KVG Investment-Seite PROJECT Investment AG, gegründet 15.05.2013, Handelsregistereintragung 26.06.2013, historisch konsistent HRB 7614.
Regulatorischer Status Externe Kapitalverwaltungsgesellschaft nach KAGB, beaufsichtigt durch die BaFin.
Historische Eigentümerstruktur Bis mindestens 2020/2021 war die PROJECT Investment AG zu 96 % im Besitz der Holding und zu 4 % von Matthias Hofmann; auf Holding-Ebene zeigen Prospekte/Scope eine Familienstruktur um NW Dippold GmbH und PJS Seeberger GmbH.
Heutige Eigentümerstruktur Teilweise offen; sicher ist die Veräußerung der Aktienmehrheit an der PROJECT Investment AG Ende 2024 an eine Investorengruppe aus dem Umfeld der WIDe-Gruppe. Der exakte Beteiligungsschlüssel wurde öffentlich nicht genannt.
Aktuelle Organangaben auf Website Vorstand Christian Bauer, Jürgen Wienold; AR-Vorsitz Simon Piepereit.

Ein wichtiger Primärbeleg zu Gründung, Aufsicht und damaliger Aktionärsstruktur der KVG ist eine Prospektseite aus dem Jahr 2015. Sie zeigt die Gründung der PROJECT Investment AG am 15.05.2013, die Eintragung unter HRB 7614 und die damalige Beteiligung von 96 % durch die Holding sowie 4 % durch Matthias Hofmann.

Konzernstruktur und Geschäftstätigkeit

Historisch war der Verbund klar zweigeteilt. Die PROJECT Investment Gruppe in Bamberg umfasste laut testierter Leistungsbilanz 2020/Stand 30.06.2021 die PROJECT Beteiligungen AG, PROJECT Investment AG, PROJECT Fonds GmbH, PROJECT Fondsverwaltung GmbH, PROJECT Vermittlungs GmbH und PROJECT Real Estate Trust GmbH. Daneben stand die PROJECT Immobilien Gruppe in Nürnberg mit PROJECT Real Estate AG, PROJECT Immobilien Wohnen AG, PROJECT Real Estate Assets GmbH, PROJECT Immobilien Gewerbe AG, PM PROJECT Management GmbH & Co. KG und PROJECT PI Immobilien Wien AG. Diese Trennung war organisatorisch sauber, wirtschaftlich aber eng verzahnt.

Die historische Eigentümer- und Einflussstruktur weist auf eine enge Gründerkontinuität hin. Scope dokumentierte 2019, dass die PROJECT Beteiligungen AG als Holding der Investment-Seite zu 51 % von der NW Dippold GmbH und zu 49 % von der PJS Seeberger GmbH gehalten wurde; bei der PROJECT Real Estate AG auf der Immobilienseite war die Gewichtung umgekehrt. Gleichzeitig hielt die Holding 96 % an der KVG PROJECT Investment AG. Diese Architektur erklärt, weshalb die spätere Krise der Immobilienseite trotz formal getrennter Rechtsträger auf die Bamberger Investment-Seite durchschlug.

Geschäftlich positionierte sich die Bamberger Seite als Initiator, Manager und Vertriebshaus für Kapitalanlagen im Bereich der Immobilienentwicklung. Die PROJECT Investment AG fungierte als externe KVG für geschlossene Publikums-AIF und Spezial-AIF; der Verbund war auf die eigenkapitalbasierte Entwicklung von Wohnimmobilien spezialisiert und investierte historisch vor allem in den Metropolregionen Berlin, Hamburg, München, Nürnberg, Rheinland, Rhein-Main und Wien. Ein Kern der Selbstdarstellung war der Verzicht auf Fremdkapital auf Fondsebene.

Die Größenordnung vor der Krise war erheblich. Nach der Leistungsbilanz 2020/Stand 30.06.2021 hatte die Gruppe 30.030 Zeichnungen, 27.541 Zeichner, rund 1,338 Mrd. Euro kumuliertes eingeworbenes Eigenkapital seit 1995 und 127 Immobilienentwicklungen mit rund 3,1 Mrd. Euro Gesamtverkaufsvolumen in Umsetzung. Das zeigt: Die Gruppe war kein lokales Nischenhaus, sondern ein bedeutender Anbieter im deutschen Markt für geschlossene Immobilienbeteiligungen.

Heute wirkt das Geschäftsmodell deutlich reduziert. Auf der DFPA-Infopoolseite der KVG wird ausdrücklich vermerkt, dass der Vertrieb von alternativen Investmentfonds derzeit eingestellt ist. Auch der aktuelle Webauftritt ist stark auf Anlegerportal, Beschwerdemanagement und Rechtsinformationen ausgerichtet und nicht mehr auf aktive Produktplatzierung. Das passt zur Aussage im 2022er Abschluss, wonach mit der Marke PROJECT aktuell kein Neugeschäft mehr möglich sei.

Als grafischer Überblick ist die historische Gliederung der Gruppe in der Leistungsbilanz dokumentiert; dort wird die Trennung zwischen Investment- und Immobilienseite auf einen Blick sichtbar.

Führung und wirtschaftliche Lage

Die Gründerrollen waren über Jahre klar verteilt: Wolfgang Dippold stand eher für Fonds, Kapital und Vertrieb, Jürgen Seeberger für Immobilienentwicklung und Asset-Seite. Branchen- und Medienberichte beschreiben, dass beide 1995 gemeinsam starteten und sich ab 2017/2018 schrittweise aus dem operativen Vorstand in Kontrollfunktionen zurückzogen. Damit begann eine Verjüngung des Managements.

Auf der KVG-Seite waren in der Wachstumsphase vor allem Matthias Hofmann, Ralf Cont und später Stefan Herb sowie Dr. Alexander Hanisch prägend. Aus den Prospekten und dem DFPA-Managementprofil ergibt sich: Hofmann war historisch Vorstand für Risikomanagement/Compliance und hielt 4 % an der KVG; Ralf Cont war seit 2009 bei PROJECT und verantwortete Portfolio- und Liquiditätsmanagement; Dr. Alexander Hanisch kam zum 1. September 2022 in den Vorstand und brachte Erfahrung von Patrizia, JLL und anderen Immobilienhäusern mit.

Für die Holding und den Vertrieb war Alexander Schlichting eine Schlüsselfigur. Scope ordnete ihm 2019 eine 24-%-Beteiligung an der PROJECT Vermittlungs GmbH zu; 2020 wurde er laut Branchenpresse zum Vorstandsvorsitzenden der PROJECT Beteiligungen AG ernannt. Im Dezember 2024 trat er noch als Vorstandsvorsitzender der Holding auf und kommentierte den Verkauf der KVG-Mehrheit an WIDe.

Die aktuell öffentlich kommunizierte Führung sieht anders aus als in der Vor-Krisenzeit. Das Impressum der offiziellen Website nennt 2026 Christian Bauer und Jürgen Wienold als Vorstände der PROJECT Investment AG sowie Simon Piepereit als Vorsitzenden des Aufsichtsrats. Registerspiegel und Personeneinträge stützen, dass Christian Bauer am 10.04.2025 als Vorstand eingetragen wurde und Jürgen Wienold spätestens seit 15.10.2025 als Vorstand erscheint; sein LinkedIn-Profil beschreibt ihn als externen CFO/Vorstand bei PROJECT Investment AG seit Oktober 2025. Öffentlich zugängliche, ausführliche Biografien zu Bauer und Piepereit waren jedoch nur begrenzt auffindbar.

Die finanzielle Entwicklung der KVG zeigt einen klaren Bruch zwischen Vor-Krisen- und Krisenphase. 2021 erzielte die PROJECT Investment AG 9,39 Mio. Euro Provisionserträge, einen Jahresüberschuss von 1,03 Mio. Euro, ein Eigenkapital von 7,80 Mio. Euro und eine Bilanzsumme von 9,46 Mio. Euro; die durchschnittliche Mitarbeiterzahl lag bei 34. 2022 fielen die Provisionserträge auf 7,93 Mio. Euro und der Jahresüberschuss auf nur noch 164.701 Euro, während das Eigenkapital auf 7,96 Mio. Euro und die Bilanzsumme auf 9,56 Mio. Euro stiegen; die Mitarbeiterzahl lag im Schnitt bei 37. Zugleich sank der Wert der für Anteilsinhaber verwalteten Investmentvermögen von 819,7 Mio. Euro bei 19 Fonds auf 688,8 Mio. Euro bei 20 Fonds.

Vor der Krise war die Lage deutlich komfortabler. Scope dokumentierte für 2017 bei der PROJECT Beteiligungen AG 5,09 Mio. Euro Umsatzerlöse, 2,84 Mio. Euro Jahresüberschuss und 5,30 Mio. Euro Eigenkapital; bei der PROJECT Investment AG waren es 9,67 Mio. Euro Umsatz, 2,47 Mio. Euro Jahresüberschuss und 6,24 Mio. Euro Eigenkapital. Die Eigenkapitalquoten lagen in beiden Gesellschaften um 80 % und galten im Branchenvergleich als hoch.

Der 2022er Abschluss enthält mehrere Warnsignale. Darin ist dokumentiert, dass die PROJECT Investment AG der Mutter PROJECT Beteiligungen AG ein Darlehen über 2,5 Mio. Euro gewährt hatte. Außerdem beschreibt der Bericht, dass die Insolvenzen der Immobilienseite die Marke PROJECT so stark beschädigt hätten, dass unter diesem Namen kein Neugeschäft mehr möglich sei; die Gesellschaft rechne mit Anlegerklagen, zusätzlichen Kosten und – bei ausbleibendem zeitnahem Ausgleich offener Forderungen – sogar mit einer möglichen Liquiditätskrise. Das ist für eine KVG eine sehr ungewöhnlich offene Krisenbeschreibung.

Der Jahresabschluss 2022 zeigt die wesentlichen Bilanz- und GuV-Zahlen auch visuell in der veröffentlichten Unternehmensregister-Fassung.

Projekte, Partner und Marktposition

Historisch lag der Schwerpunkt auf Wohnimmobilienentwicklungen in deutschen Metropolregionen und Wien. In der Leistungsbilanz 2020 werden für Mitte 2021 127 aktive Objekte genannt; beispielhaft werden Entwicklungen in Berlin, Nürnberg, Potsdam, Freising, Hamburg und anderen Städten aufgeführt. Die PROJECT-Fonds waren also geografisch diversifiziert, aber klar auf urbane Wohnmärkte fokussiert.

Als zentrale Partner treten in den Prospekten und Unterlagen insbesondere drei Akteure hervor. Erstens die PROJECT Immobilien Gruppe beziehungsweise ihre Gesellschaften als historische und strukturell exklusive Asset-/Projektentwicklungsseite; ältere Ratingunterlagen sprechen ausdrücklich von gegenseitiger Exklusivität zwischen der Investment- und der Immobilienseite. Zweitens die CACEIS Bank S.A., Germany Branch als Verwahrstelle wichtiger Fonds. Drittens die PW AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft als Treuhandkommanditistin in mehreren Publikums-AIF. Seit Ende 2024 kommt als neuer strategischer Machtfaktor die WIDe-Gruppe hinzu, die über ihr Umfeld die Aktienmehrheit an der KVG übernahm.

Öffentlich benannte Großkunden im klassischen B2B-Sinn ließen sich in den Primärquellen kaum identifizieren, was zur Branche passt: Der „Kundenstamm“ bestand vor allem aus Privatanlegern, semi-professionellen Investoren, Family Offices und institutionellen Investoren. Scope nannte für Mitte 2018 22.107 Privatanleger, 13 institutionelle Investoren und Fondsvolumina von insgesamt rund 950 Mio. Euro. Die Leistungsbilanz meldete für Mitte 2021 27.541 Zeichner und 30.030 Zeichnungen. Das spricht für ein stark intermediär vermitteltes, anlegerbasiertes Geschäftsmodell statt für wenige namhafte Ankerkunden.

Zur historischen Marktposition gehören zahlreiche Aussagen, wonach PROJECT ein führender Anbieter vollständig eigenkapitalbasierter Immobilienentwicklungsfonds gewesen sei. Solche Einordnungen finden sich vor allem in Marktkommunikation, Ratings und Branchenartikeln aus der Zeit vor der Krise. Analytisch ist das wichtig: Diese Positionierung beschreibt die frühere Stärke des Hauses, nicht automatisch seinen heutigen Wettbewerbsstatus.

Bemerkenswert ist, dass auch 2026 noch Hinweise auf grenzüberschreitende Regulierungs-/Vertriebspräsenz bestehen: Die österreichische FMA führt für 2026 die PROJECT Investment AG mit dem Fonds PROJECT Wohnen Deutschland in ihrer Gebührenliste für ausländische AIFs. Das spricht dafür, dass zumindest einzelne regulierte Fondsstrukturen formal weiter bestehen.

Öffentlichkeit, Online-Präsenz und Arbeitgeberbild

Die mediale Wahrnehmung der PROJECT-Gruppe hat sich stark verändert. In der Wachstumsphase dominierte positive Fach- und Vertriebsberichterstattung: Die Leistungsbilanz nennt unter anderem den Financial Advisors Award 2014, wiederholte Deutsche Beteiligungspreise, den Exxecnews Reporting Award sowie Auszeichnungen als Top-Arbeitgeber bei Yourfirm/Kununu. Das sind allerdings überwiegend branchennahe oder marketingnahe Referenzen, keine unabhängigen Verbraucherschutzsiegel.

Seit 2023 steht dagegen die Krise im Mittelpunkt. Nationale Branchenmedien schrieben über die Verbindung zwischen den von PROJECT-Fonds finanzierten Wohnungsbauprojekten und der Insolvenz der PROJECT Immobilien Gruppe; lokale Medien in Bamberg hoben zunächst hervor, dass die Bamberger KVG nicht insolvent sei, berichteten 2024 dann aber bereits über zur Vermietung stehende Büroräume und sprachen von einer Firma mit 50 Mitarbeitern. Das passt zum Bild einer formal fortbestehenden, aber deutlich geschrumpften und defensiv geführten Organisation.

Die Online-Präsenz ist weiterhin vorhanden, aber funktional stark auf Bestandsanleger ausgerichtet. Die offizielle Website bietet Impressum, Datenschutz, Anlegerrechte, Beschwerdemanagement und ein Anlegerportal; eine aktive Produkt- oder Vertriebskommunikation tritt in den Hintergrund. Daneben existieren eine LinkedIn-Unternehmensseite und ein YouTube-Kanal der PROJECT Investment Gruppe. Auf Yourfirm war 2026 ein Unternehmensprofil abrufbar, aber mit 0 Jobs.

Beim Arbeitgeberbild ergibt sich ein gemischtes, aber nicht katastrophales Bild. Auf Kununu lag die PROJECT Investment Gruppe 2026 bei 4,1 von 5 Punkten, 67 % Weiterempfehlung und 63 % Zufriedenheit mit Gehalt/Sozialleistungen; zugleich finden sich positive aktuelle Stimmen aus 2025 ebenso wie kritische Bewerbungsberichte aus 2019, die mangelnde Rückmeldung bemängeln. Diese Plattformdaten sind nützlich als Stimmungsindikator, aber wegen kleiner Fallzahlen und Selbstselektion nur begrenzt repräsentativ.

Rechtliche Lage, Kontroversen und Zeitleiste

Rechtlich ist die PROJECT Investment AG eine BaFin-beaufsichtigte KVG nach dem KAGB. Der aktuelle Webauftritt enthält ein Beschwerdemanagement, Hinweise auf alternative Streitbeilegung, eine Zusammenfassung der Anlegerrechte und Nutzungsbedingungen für ein Anlegerportal, das sowohl von der PROJECT Investment AG als auch der PROJECT Fondsverwaltung GmbH genutzt wird. Das unterstreicht: Der Schwerpunkt liegt heute klar auf Verwaltung, Anlegerkommunikation und Rechts-/Verfahrenssicherheit.

Die größte Kontroverse ist die Verknüpfung mit der Insolvenz der PROJECT Immobilien Gruppe. Branchen- und Lokalmedien beschreiben, dass die von PROJECT Investment verwalteten Fonds vor allem Projekte der PROJECT Immobilien Gruppe finanzierten und dadurch in erhebliche Turbulenzen gerieten. Der 2022er KVG-Abschluss bestätigt die operative Tragweite indirekt selbst: Er beschreibt Marken- und Vertrauensschaden, ausbleibendes Neugeschäft, gestundete Vergütungen zur Stützung der verwalteten Investmentvermögen und das Risiko kostspieliger Anlegerverfahren. Hinzu kommt, dass der im DFPA-Index erschlossene 2022er Abschluss auf eine im Dezember 2023 gestellte Strafanzeige wegen Untreue verweist; die zugrunde liegenden amtlichen Verfahrensstände ließen sich in frei zugänglichen Primärquellen dieser Recherche jedoch nicht belastbar nachvollziehen.

Bei Schutzrechten gibt es immerhin belastbare Indizien, wenn auch nicht aus einer direkt abrufbaren DPMA-Liveabfrage. Ein DPMA-Spiegel weist mehrere eingetragene Marken der PROJECT Beteiligungen AG aus, darunter „PROJECT Investment“ (Wort-Bildmarke, Aktenzeichen 3020152167352, Eintragung 2015, Verlängerung bis 2035), „PROJECT Gruppe“ (Wort-Bildmarke, Aktenzeichen 3020152280116, Eintragung 2016, Verlängerung bis 2035) sowie eine ältere Bildmarke 30565400 (Anmeldung 2005, Eintragung 2006, ebenfalls verlängert bis 2035). Patente konnten in den frei zugänglichen Primärquellen dieser Recherche nicht belastbar verifiziert werden; inhaltlich wäre das angesichts des Geschäftsmodells auch nicht der naheliegende IP-Schwerpunkt.

Besonders bemerkenswert ist die bereits angesprochene Kennziffern-Inkonsistenz. Historische Prospekte, LEI-Daten und Registerspiegel führen die PROJECT Investment AG unter HRB 7614 und verknüpfen sie mit der Anschrift Kirschäckerstraße 25; der aktuelle Webauftritt nennt zwar die gleichen Vorstandsrollen und dieselbe Adresse, verwendet im Impressum aber HRB 8548 und eine USt-ID, die ältere Unterlagen der PROJECT Beteiligungen AG zuordnen. Für Dritte ist das kein bloßes Detail, sondern eine relevante Compliance- und Transparenzfrage. Bis zu einer eindeutigen Klarstellung sollte man aktuelle Identitäts- und Registerdaten deshalb nicht ausschließlich aus dem Website-Impressum übernehmen.

Die folgende Zeitleiste verdichtet die wichtigsten, in den frei zugänglichen Quellen belastbar belegbaren Stationen. Sie stützt sich auf Prospekte, Leistungsbilanzen, Jahresabschlüsse, Registerspiegel und Berichte zu den Krisenjahren 2023 bis 2025.

1995Gründung derPROJECT Gruppedurch WolfgangDippold und JürgenSeeberger2013Gründung derPROJECT InvestmentAGHandelsregistereintragin Bamberg2014BaFin-Erlaubnis alsexterne KVG2016Eintragung derPROJECTBeteiligungen AG alsHolding derInvestment-Seite2018Managementverjüngungnach Wechsel derGründer inAufsichtsrollen2021Mehr als 30.000Zeichnungen und27.541 Zeichner127Immobilienentwicklungenmit rund 3,1 Mrd.Euro Projektvolumen2023Insolvenz-Welle aufderPROJECT-Immobilienseite2024Veröffentlichung des2022erKVG-Jahresabschlussesmit deutlichenKrisensignalenVerkauf derAktienmehrheit ander PROJECTInvestment AG anWIDe-naheInvestoren2025Christian Bauer alsVorstand imRegisterspiegelJürgen Wienold abHerbst 2025 alsVorstand öffentlicherkennbar2026Website undAnlegerportal weiteraktiv, öffentlicheVertriebskommunikationstark reduziertWichtige Stationen der PROJECT-Unternehmensgruppe

Offen bleiben trotz umfangreicher Recherche drei Punkte. Erstens ist die heutige Eigentümerstruktur der Holding und der Tochtergesellschaften nach der WIDe-Transaktion nur teilweise offengelegt. Zweitens habe ich keinen frei zugänglichen Jahresabschluss 2023 oder 2024 der KVG gefunden; der jüngste klar belastbare Einzelabschluss war 2022. Drittens ist die Diskrepanz zwischen Website-Impressum und historischen Register-/LEI-Daten zwar dokumentierbar, aber ohne kostenpflichtigen oder direkten Registerzugang nicht abschließend erklärbar. Genau diese Lücken sind derzeit die wichtigsten Transparenzdefizite im öffentlichen Bild der Gruppe.